Karre Atzgersdorf : Wettbewerbsgewinn mit GOYA, Illiz und EGKK
Bauträgerwettbewerb : Heimbau, Neue Heimat, Neues Leben

"Langsam wachs ma z'amm"

Das  tragfähige städtebauliche Konzept, welches im kooperativen Klausurverfahren entwickelt wurde, bildet für uns die Grundlage der weiteren Überlegungen. Die intendierte kleinmaßstäbliche Entwicklung mit den prononcierten Höhensprüngen haben wir aufgegriffen und auf jede Struktureinheit mehrere kleinteilige Haustypen gesetzt.  Statt enger Straßen findet sich im Quartier eine Vielzahl an grünen Plätzen.  Alle Hauseingänge sind vom zentralen Freiraum in der Mitte des Quartiers direkt oder auf kurzem Weg erreichbar. Durch das Quartier streifend gelangt man somit von einem übersichtlichenund freundlichen Platz zum nächsten. Wichtig scheint uns gleichzeitig, dass wir uns nach Westen zur Südbahn hin offen zeigen. Wir wohnen daher bewusst auch nach Westen und haben die Frage des Schallschutzes an den exponierten Fassaden baulich über doppelschalige Fassaden gelöst. Das stärkt auch das langfristige Potential eines Brückenschlages über die Bahn.

Zentral in der Mitte des Stadtteilplatzes befindet sich das Gemeinschaftshaus. Dieses orientiert sich auch zu unseren östlichen Nachbarn, die dieses Haus somit auch in seiner Orientierung gleichberechtigt nutzen können. An der Scherbangasse sind die öffentlichen Funktionen angeordnet. Neben dem geforderten Kindergarten und dem Gemeinschaftshaus mit seinen Gemeinschaftseinrichtungen auch ein Wirtshaus, eine Arztpraxis sowie eine zusätzliche ‚Start-up‘- Gewerbefläche.

Jeder Haustyp wird im Inneren als auch im Äußeren für eine lebendige Vielfalt im Wohnquartier eigenständig und individuell von je einem Architektenteam entwickelt. So entstehen durch uns drei Bauträger gemeinsam mit den drei Architektenteams 11 eigenständige ‚Typen‘, die miteinander in ihrer kalkulierten Unterschiedlichkeit im Dialog stehen. Das ist uns wichtig, um das Quartier abwechslungsreich und lebendig zu gestalten.

Gemein ist allen Häusern, dass die innere Logik auch an der Fassade spürbar ist. Die unterschiedliche äußere Gestalt erzählt somit immer auch etwas von der individuellen Wohnform im Inneren. Aufwändigere Fassadenlösungen dort wo dies zum Beispiel bezüglich Schallschutz erforderlich ist, sonst eine Formensprache, die selbstverständlich ist und im besten Sinn gut altern kann, ohne nach kurzer Zeit alt auszusehen. Eine wertige Gestaltung, die den Bewohnern verständlich ist und sich erklärt.

Diese 11 formal unterschiedlichem Gebäude mit hohem Wiedererkennungswert ermöglichen es, dass alle Mieter der mehr als 500 Wohneinheiten zukünftig stolz sagen können: „Ich wohn in meinem und nicht in einem Haus“. Weil sie im Wirtshaus am zentralen Stadtteilplatz erzählen können, was an ihrem Haus so besonders ist.

Unser Freiraumkonzept führt diesen Gedanken weiter und sieht in der Verknüpfung der beiden Qualitätspaare ‚Dichte/Geborgenheit‘ und ‚Weite/Offenheit’ die Chance, in unserem Quartier mit seiner Anbindung an den Ortskern Atzgersdorf und der Weite nach Westen einen auch für Wien besonderen Freiraum mit unverwechselbarer Identität zu entwickeln. Auf den Strukturgebieten sind gut geschnittene, den Baukörpern zugeteilte Bewohnerhöfe sowie nutzbare Dachgärten angedacht. Sie decken die alltäglichen Freiraumnutzungen (partizipatives Gemeinschaftsgrün, Kleinkinderspiel) direkt vor der Haustüre der einzelnen Baufelder ab.