Immer noch visionärer, höher, fetziger, spektakulärer oder retrofaky so schauen Projekte aus die es momentan in die Architektur Internetforen schaffen. Schnell noch ein nächstes WOW Bild mobil reingezogen und ab in den nächsten Trend. Wir... gestehen, wir staunen immer wieder gerne mit und haben Respekt vor dieser Fertigkeit, coole Images zu generieren.

Gleichzeitig ist unser Büro völlig ungeeignet diesen Markt zu bedienen. Uns interessieren die Geschichten die in den Häusern stattfinden. Wir denken gerne über Lebenskonzepte von Nutzern nach, wie diese Raum finden können und wie die vielen künftigen Änderungen dieser Anforderungen möglich gemacht werden können. Das führt eben oft zu zurückhaltenden Konzepten – schließlich sind unsere Räume die Bühne für das Leben, und sollten sich nicht zu wichtig nehmen.

Eine große Herausforderung sind für uns die vielen Einfamilienhäuser unserer Eltern und Großeltern. Uns macht es Freude mit der nächsten Generation eine zeitgemäße Nutzung zu entwickeln. Statt noch etwas dazuzubauen hilft es oft, zuerst den Kern der ursprünglichen Struktur wieder freizulegen. Und dann nachzudenken und zu schauen ob es überhaupt noch mehr braucht.

Einer der schönsten kleinen Geschichten die wir in den letzten Jahren betreuen durften, war ein kleines Sommerhaus unweit von Wien. Mit dem stolzen Enkel der ursprünglichen Besitzerin durchschritten wir die Räume, hörten die Geschichten der vergangenen Jahrzehnte und bestaunten die saftigen Apfelbäume, die hinter dem Haus standen. Statt irgendwas an das feine Haus dranzubauen schlugen wir ein großes Loch an jener geschlossenen Hausseite vor, hinter der seit vielen Jahren die saftigen Äpfel wuchsen. Die Planung war rasch erledigt, die Überzeugungsarbeit allerdings brauchte seine Zeit. Nun aber lebt der stolze Familienvater die meiste Zeit des Jahres auf der Terrasse unter den Schattenspendern im Freien. Und in der eisigen Zeit sieht er stolz auf die Obstbäume seiner Großmutter und freut sich auf den nächsten Sommer.

Sue über Sue


Sue (Sehnsucht und Entdeckungsreise)
oder Der immerneue Anfang bei Null

Das Wiener Büro Sue Architekten wurde 2006 gegründet. Hinter dem Aufsehen erregenden Namen verbirgt sich kein junges Mädel aus den USA, sondern das Credo Strategie und Entwicklung. „Am Anfang steht immer ein strategischer Plan“, sagen Christian Ambos, Michael Anhammer und Harald Höller. „Sobald die Strategie feststeht, entwickeln wir daraus das eigentliche Konzept.“ Gibt es einen bestimmten Stil, der stellvertretend ist für Sue? Die einstimmige Antwort folgt sobald: „Hoffentlich nicht!“ Viel wichtiger ist den drei Architekten, allesamt geboren in den frühen Siebzigern, das Erkennen und Herauskitzeln von Sehnsüchten, der Dialog mit den Bauherren, der immerneue Anfang bei Null.
„Jedes Projekt ist ein Unikat. Abhängig vom Thema kann ein Gebäude farbenfroh und fröhlich sein, oder aber zurückhaltend und nüchtern. Das ist eine Frage der gemeinsamen Entdeckungsreise zwischen Auftraggeberin und Architekt.“ Zu den Realisierungen der letzten Jahre zählen Wohnbauten und Einfamilienhäuser, Reisebüros und Restaurants, Shops und Gastronomie. Und natürlich ein Amtshaus. Viele der Projekte konnten über offene und geladene Wettbewerbe entschieden werden. „Die Bauaufgaben sind sehr unterschiedlich, aber genau darin erkennen wir den Reiz unseres Berufs. Jeder Tag ist anders, jeden Tag warten neue Herausforderungen auf uns.“
Aktuell arbeiten die Sue Architekten unter anderem am Schubhaftzentrum Vordernberg in der Steiermark. „Das ist ein sehr komplexes Projekt, aber wir werden es so angehen, wie jedes andere auch“, sagen die drei. „Letztendlich geht es darum, Räume zu schaffen, in denen sich Menschen entfalten können. Das ist die Aufgabe der Architektur.“

Wojciech Czaja über Sue


Sue Architekten denken gerne groß

Die Anfänge von SUE Architekten beginnen 2001. Das heißt, dass Christian Ambos, Michael Anhammer und Harald Höller jetzt schon seit mehr als zehn Jahren zusammenarbeiten. Im Rückblick und aus den in dieser Zeit gewonnenen Erfahrungen erzählt Anhammer über wichtigste Schritte, die ihnen geholfen haben, den für sie und für ihr Büro richtigen Weg zu finden. Als erstes nennt er die Teamarbeit - sie sind drei gleichberechtigte aber sehr unterschiedliche Partner, die sich gut ergänzen. Dann spricht er von Geduld sowie Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und betont, wie wichtig die Kontakte zu Kollegen für sie sind. Diese Netzwerkverbindungen waren und sind sehr wertvoll, lernen von Gleichgesinnten in der Branche ist viel interessanter als nur Konkurrenz zu sehen. Und last but not least haben SUE immer versucht "groß zu denken", indem sie von Beginn an Visionen von ihrer Zukunft entwickelt haben: "Wie und wo wollen wir mit unserem Büro in drei bis fünf Jahren stehen?" Sie halten regelmäßig Strategiebesprechungen ab, in denen sie ihre Zukunftsbilder entwickeln und fortschreiben. Auch externe Experten sind gerne regelmäßig zu Gast. Dieses Jahr haben SUE zum Beispiel einen Politikberater hinzugezogen, um an der Idee wo die nächsten Jahre hinführen werden zu feilen. Bisher war ihnen die Welt gewogen, so Anhammer, ihre Ziele sind Wirklichkeit geworden.

Anne Isop & Silvia Forlati im Architektur und Bauforum anlässlich der Getting Started Veranstaltung über Sue


Zu den Realisierungen der letzten Jahre zählen Wohnbauten und Einfamilienhäuser, Reisebüros, Restaurants, Shops und ein vielfach ausgezeichnetes Amtshaus. Momentan bearbeiten Sue unter anderem zwei komplexe und gesellschaftlich relevante Projekte: das Schubhaftzentrum Vordernberg und das Justizzentrum Salzburg. Bei beiden Großprojekten waren zuallererst inhaltliche Positionen zu finden, aus der dann architektonische Antworten entwickelt wurden. Beide Projekte wurden über offene Wettbewerbe gewonnen.

Architektur entsteht im Dialog mit unseren Auftraggebern. Wir machen inhaltliche Angebote, die wir dann in Raum fassen.

Einladungstext zum Architektur in Progress Vortrag


„Wir sind keine Theorietruppe" sagen Sue Architekten über sich selbst. Jeder Entwurf muss am Ende als Diagramm darzustellen sein. Ähnlich einem guten Text ist es dabei notwendig, einen komplexen Gedanken auf seine wesentliche Aussage herunter zu brechen - Das Diagramm als eine Methode, die Aussage zu präzisieren und zu verdichten. Wenn man erklären müsste, wie sich Forschung in der Architektur darstellen ließe, wäre das wahrscheinlich eine Möglichkeit. Hier zeigt sich, ob es gelungen ist, trotz der vielfältigen Anforderungen, denen ein Gebäude genügen muss, einen stringenten Gedanken zu erhalten. Im Idealfall entsteht dann das, was Friedrich Kiesler für die Architektur postuliert hat: Die Kunst, das Überflüssige notwendig und das Notwendige überflüssig zu machen. Es ist ihnen zu wünschen, dass sie dieses Ziel möglichst oft erreichen. Die Kompetenz, den Ehrgeiz und das Durchhaltevermögen haben sie, das notwendige Quäntchen Glück wird sich einstellen.

Bernhard Steger bei der Architektur in Progress Werkschau über Sue


Es ist schön, wenn Form und Funktion zueinander finden. Die Wiener Sue Architekten aber haben im neuen Marktgemeindeamt von Ottensheim ein politisches Konzept gebaute Wirklichkeit werden lassen.

Romana Ring in den Oberösterreichische Nachrichten über Sue


einfach, punktgenau, lebendig, spritzig, sehr poetisch

Die Jury beim RED ZAC Architektenauswahlverfahren über Sue


Die Kombination von Umsetzungskompetenz, von sinnlichem Umgang mit Raum und Zeichen und von Kontextbezogenheit zeigt in den fein ausgearbeiteten Projekten eine hohe, spezifische Qualität. Die Fähigkeit, mit kleinen Budgets große architektonische Wirkungen zu erreichen, ist bemerkenswert. Die dargestellten Realisierungen sind alle im kleinen Maßstab, lassen aber herausragendes erhoffen.

Die Jury beim Young Viennese Architekcts II Auswahlverfahren über SUE